Damit das Gebäudeenergiegesetz kein Stolperstein wird

Gebäudeenergiegesetz gibt Regeln vor

Wenn Sie sich von einer Immobilie trennen wollen, gibt es von Anfang mehr zu beachten als man im ersten Moment denkt. Fotos machen, die wichtigsten Beschreibungen vornehmen und online eine Hausbewertung vorzunehmen, reichen nicht, um sein Haus oder Grundstück zu verkaufen. Diese Angaben reichen eventuell für den Eintrag in eines der vielen Immobilienportale, doch bei einem Gewinn versprechenden Immobilienverkauf gibt es zahlreiche Stolpersteine. So gilt es genau das GEG – Gebäudeenergiegesetz einzuhalten. Damit mit dem Energieausweis alles klappt, sollte ein erfahrener Immobilienmakler zur Seite gezogen werden.

Pflichten für Eigentümer beim Verkauf der Immobilie

Das GEG – Gebäudeenergiegesetz löst die Energieeinsparverordnung (EnEV) ab. Das Gesetz legt energetische Anforderungen an beheizte oder klimatisierte Gebäude fest. So enthält das Gebäudeenergiegesetz genaue Vorgaben zur Klima- und Heizungstechnik. Zudem regelt es den Wärmedämmstandard und Hitzeschutz von Gebäuden. Im Vergleich zur alten EnEV sind dabei die Mindestanforderungen an Neubauten etwas geringer. Allerdings müssen Eigentümer – und damit ist dies auch wichtig für den Verkauf einer Immobilie – bestimmte Nachrüst- und Austauschpflichten erfüllen. Das gilt übrigens auch dann, wenn keine Sanierung geplant ist. Der Gesetzgeber schreibt sogar vor, bis wann diese Anpassungen vorgenommen werden müssten.

Verpflichtende Arbeiten an der Bestandsimmobilie

Das Gebäudeenergiegesetz gibt vor, dass Ein- und Zweifamilienhäuser von dieser Regelung ausgenommen sind, wenn der Eigentümer bereits seit Februar 2002 in dem Haus wohnt. Wird die Immobilie allerdings verkauft, ist der neue Besitzer eines Ein- oder Zweifamilienhaus verpflichtet, diese Arbeiten innerhalb von zwei Jahren auszuführen. Um was für Arbeiten handelt es sich? So müssen beispielsweise bestimmte Heizkessel wie Öl- und Gas-Kessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Dämmen muss man darüber hinaus alle neuen Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen. Weiter mussten schon die obersten Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen bis Ende des Jahres 2015 nachträglich saniert und gedämmt werden. Das galt immer dann, wenn kein sogenannter „Mindestwärmeschutz“ von bis zu vier Zentimeter Wärmedämmung eingehalten werden konnte. Zudem gibt es nach Gesetz auch freiwillige Anforderungen bei einer Modernisierung. So gibt das GEG bestimmte Anforderungswerte an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) vor, wenn etwa die Fenster ausgetauscht oder die Fassade gedämmt wird.

Zwei Ausweise und ihre Bedeutung

Energieausweis Pflicht laut Gebäudeenergiegesetz

Ganz wichtig für Immobilienverkäufer ist allerdings, dass das Gebäudeenergiegesetz einen Energieausweis bei Verkauf oder Vermietung zwingend vorschreibt. Dabei gibt es zwei Arten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Ein sogenannter Bedarfsausweis bewertet den theoretischen Energiebedarf, der sich aus dem aktuellen Zustand der Immobilie errechnet. Der andere Ausweis bewertet dagegen den wirklichen Energieverbrauch der Bewohner eines Hauses. Grundsätzlich besteht die freie Wahl zwischen den beiden Ausweisen. So reicht laut Gesetzgeber für sanierte Gebäude oder für Immobilien mit einem Baualter nach 1977 der einfache Verbrauchsausweis. Allerdings ist der umfangreichere Bedarfsausweis für alte, unsanierte Gebäude verpflichtend. Dieser Ausweis ist drüber hinaus auch bei Neubau, Sanierung oder Erweiterung der Bestandsimmobilie vorgeschrieben. Der Eigentümer ist zudem durch das Gebäudeenergiegesetz verpflichtet, einem Kaufinteressenten die jeweiligen Ausweise spätestens beim Besichtigungstermin unaufgefordert vorzuzeigen. So kann der potenzielle Käufer schon vorher einen wichtigen Einblick in die energetische Qualität und den Wohnkomfort erhalten. Auf diese Weise lassen sich anhand des Dokuments die künftigen Energiekosten einschätzen.

Mit dem Immobilienmakler auf der richtigen Seite

Die Ausweise in dieser Form gibt es seit Mai 2014. Sie stufen Wohngebäude in Effizienzklassen ein. Diese sind ähnlich gestaffelt wie bei Elektrogeräten. So reicht die Skala von A+ bis H. Wichtig ist auch, dass die Effizienzklasse und der Energiewert bereits in der Immobilienanzeige gut sichtbar veröffentlicht werden müssen – sofern ein solcher Bedarfs- oder Verbrauchsausweis vorliegt. So gibt es beim Immobilienverkauf einiges zu beachten, sodass nicht schon im Vorfeld unüberwindbare Stolpersteine auftauchen. Deshalb sollte vom ersten Schritt an ein Immobilienmakler mit ins Boot genommen werden, damit auch jeder Schritt bedacht wird und der Verkauf reibungslos vonstatten geht. Dazu gehört natürlich auch ein durch das Gebäudeenergiegesetz vorgeschriebenes, obligatorisches Beratungsgespräch mit einem Energieberater, das vom Immobilienmakler in die Wege geleitet wird. Dieser stellt dann auch den benötigten Energieausweis aus, sodass der Immobilienverkauf sicher in die Wege geleitet werden kann.

  14. November 2021
  von: ImmoHolm
  Kategorie: Allgemein · Vermarktung