Immobilieneigentümer in der Krise – wann sollte ich mein Haus verkaufen?

Immobilieneigentümer sehen sich derzeit mit viele Unwägbarkeiten konfrontiert: Haben die gestiegenen Immobilienpreise zunächst für eine schöne Wertsteigerung gesorgt, drohen nun explodierende Kosten für Energie, Renovierungen und sogar Finanzierungen den Traum vom eigenen Haus platzen zu lassen. Immobilieneigentümer fragen sich nun, ob sie ihr Haus verkaufen sollten.  Hier einige Gedanken dazu.

Immobilieneigentum: Corona, Energie, Inflation – wie soll es weitergehen?

Schon vor der Corona-Pandemie waren die Immobilienpreise teilweise stark gestiegen. Wer Immobilieneigentum hat, sieht sich vor allem bei Anschlussfinanzierungen vor einem Problem stehen: Die Beleihungsgrenze steigt zwar ebenfalls, allerdings reichen den Banken die ursprünglich vereinbarten Sicherheiten oft genug nicht mehr aus. Im Gegenzug haben sich die Einkommen in der Corona-Krise nicht nach oben bewegt, im Gegenteil, viele Immobilieneigentümer mussten Einbußen verkraften. Doch zum Aufatmen bleibt keine Zeit, denn nun wirken sich die Folgen der vielfältigen Krisen erst so richtig aus: Die Inflation hat ein Niveau erreicht, das vor Jahresfrist noch unvorstellbar war – in jedem einzelnen Bereich des täglichen Lebens müssen höhere Preise bezahlt werden. Es liegt auf der Hand, dass sich nun einige Immobilieneigentümer existenzielle Fragen stellen – und die sollten fundiert beantwortet werden.

Immobilienpreise: Werden sie weiter steigen – oder nicht?

Diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten, bei der Frage, nach der Entwicklung der Immobilienpreise spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Fakt ist, eine ganze Reihe von Immobilien werden wieder auf den Markt kommen. Das klingt nüchtern, da sich hinter dieser Aussage ja auch persönliche Schicksale verbergen: Nicht alle Immobilieneigentümer werden die zusätzlichen finanziellen Herausforderungen stemmen können und den Immobilienverkauf vorziehen. Damit verschiebt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, was sich naturgemäß auch auf die Immobilienpreise auswirken wird: Vor allem die jüngeren Objekte, die noch keine 20 Jahre alt sind, dürften weiter an Wert zulegen.

Anders stellt sich die Situation aus meiner Sicht als erfahrener Immobilienmakler bei älteren Häusern dar, die renovierungs- oder gar sanierungsbedürftig sind. Allein die anziehenden Kosten für die notwendigen Maßnahmen dürften die Kalkulation der Eigentümer über den Haufen werfen – von den zeitlichen Verzögerungen wegen des gravierenden Handwerkermangels ganz abgesehen. Der wirkt sich vor allem dann fatal aus, wenn Sie erst gekauft haben (oder dies planen) und noch nicht einziehen oder vermieten können. Sie haben dann auch noch doppelte Kosten dafür zu tragen. In einem Satz: Die Immobilienpreise für derartige Objekte werden wahrscheinlich stagnieren, wenn nicht sogar fallen – was die Risiken in puncto Finanzierung nicht kleiner macht.

Mein Rat als Immobilienmakler: konkrete Situation analysieren

Es lässt sich pauschal zusammenfassen, dass die Immobilienpreise für jüngere und direkt nach Kauf zu nutzende Objekte weiter steigen werden und bei renovierungsbedürften Häusern nicht – doch das ist zu kurz gegriffen. Die Entscheidung über einen Immobilienverkauf hängt durchaus von der Entwicklung der Immobilienpreise ab. Ich als Immobilienmakler rate Ihnen hierzu, weitere Faktoren zu berücksichtigen, die da wären:  

. Alter und Zustand der Immobilie
. Größe des Objektes
. Lage des Anwesens
. Situation am relevanten Immobilienmarkt
. Perspektive des Standortes
. Entwicklung des Zinsniveaus
. Entwicklung der Inflation

Angesichts der Geldentwertung durch die Inflation werden rentable Immobilienobjekte gesucht, um Geldvermögen in Sachwerten anzulegen – und auch das unterstützt die Immobilienpreise.

Mein Fazit: Immobilienpreise nach wie vor im Steigen begriffen – jedoch nicht für alle Objekte!

Grundsätzlich vertrete ich als Immobilienmakler die Meinung, dass Wohneigentum die beste Form der Altersvorsorge darstellt. Da derzeit jedoch die Unsicherheiten überwiegen und viele Eigentümer mit existenziellen Sorgen kämpfen, muss ich hier Abstriche machen. Was ich Ihnen jedoch dringend empfehle, sollten Sie sich mit dem Gedanken an den Immobilienverkauf herumschlagen: Sprechen Sie mit einem seriösen Makler, der nicht nur den Immobilienmarkt für Ihr Objekt realistisch einschätzen, sondern Ihnen auch verschiedene Wege aufzeigen kann, so gut wie möglich durch diese Krise zu kommen. Sollte kein Weg an einem Immobilienverkauf vorbeiführen, wir er Ihnen die geeignete Vorgehensweise aufzeigen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Selbstverständlich können Sie sich jederzeit an mich wenden – ich bin gerne für Sie da.

  30. August 2022
  von: Immobilienmakler Holm
  Kategorie: Allgemein